Julia Hartmann prägt seit über zwei Jahrzehnten das deutsche Theater- und Fernsehgeschehen, auch wenn viele Zuschauer sie erst über ihre aktuelle Hauptrolle bei "Mandat für Mai" kennengelernt haben. Bevor sie zur festen Größe im ZDF-Programm wurde, stand sie am Wiener Burgtheater auf der Bühne und spielte sich durch Kinokomödien wie "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft". Wie dieser Weg verlief und was sie heute abseits der Kamera beschäftigt, zeigt dir dieses Porträt.
Herkunft und Ausbildung
Julia Hartmann wurde am 9. Juli 1985 in Ost-Berlin geboren und wuchs in einer Künstlerfamilie auf: Ihr Vater arbeitete als Chefdramaturg, ihre Mutter als Tänzerin, ihr Halbbruder ist der Theaterregisseur Sebastian Hartmann. Von 1990 bis 2002 erhielt sie eine Tanzausbildung, bevor sie sich endgültig für die Schauspielerei entschied.
Von 2004 bis 2008 absolvierte sie ihr Schauspielstudium an der Schauspielschule Bochum, unter anderem mit Coaching durch Sigrid Andersson. Bereits 2003 sammelte sie während eines Regiepraktikums am Deutschen Schauspielhaus Hamburg erste Erfahrungen hinter den Kulissen, eine Perspektive, die sie später als Schauspielerin selbst mitdenken sollte.
Die Theaterjahre am Wiener Burgtheater
Noch während des Studiums, im Jahr 2007, erhielt Julia Hartmann ein Engagement an einem der renommiertesten deutschsprachigen Bühnenhäuser: dem Wiener Burgtheater. Bis 2010 spielte sie dort unter anderem die Julia in Shakespeares "Romeo und Julia" sowie Rollen in zeitgenössischen Stücken.
Eine Inszenierung aus dieser Zeit blieb besonders in Erinnerung. Die 2007 entstandene Produktion von Bertolt Brechts "Die Kleinbürgerhochzeit" wurde bei einem Salzburger Theaterfestival sowohl mit einem Ensemble- als auch einem Publikumspreis ausgezeichnet. Neben Wien stand sie auch am Schauspielhaus Bochum und an weiteren deutschen Bühnen auf der Bühne, bevor Kino und Fernsehen einen immer größeren Teil ihrer Arbeit ausmachten.
Vom Kino zum Fernsehen: Wichtige Stationen
Den Sprung vor die Kamera schaffte Julia Hartmann 2010 mit der österreichisch-deutschen Komödie "3faltig". Bereits ein Jahr zuvor, 2009, war sie im Katastrophenfilm "Crashpoint – 90 Minuten bis zum Absturz" zu sehen gewesen, einer ihrer ersten größeren Fernsehproduktionen. Es folgten weitere Kinorollen wie "Schlussmacher" 2012 und die Komödie "Warum ich meinen Boss entführte" 2014.
Die größte Bekanntheit im Kino brachten ihr die Familienkomödien "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft" 2018 und "Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft" 2021 ein, während sie mit dem Thriller "Jenseits des Spiegels" und dem Ensemblefilm "JGA: Jasmin. Gina. Anna." 2022 zeigte, dass sie sich nicht auf ein einzelnes Genre festlegen lässt. Im selben Jahr war sie zudem im Film "Beule – Zerlegt die Welt" zu sehen.
Parallel dazu baute sie sich im Fernsehen ein breites Standbein auf. Sie übernahm Episodenrollen in etablierten Formaten wie "Tatort", "Wilsberg", verschiedenen "SOKO"-Ablegern und "Der letzte Bulle", wodurch sie einem breiten TV-Publikum vertraut wurde, lange bevor sie 2024 ihre bisher größte Fernsehrolle übernahm.
Aktuelle Rolle: Die Anwältin Mai
Seit 2024 spielt Julia Hartmann die Hauptrolle der Anwältin Mai in der ZDF-Serie "Mandat für Mai" und hat damit erstmals eine durchgehende Hauptfigur im deutschen Vorabendprogramm inne. Die Rolle folgt auf Jahre voller Episodenauftritte und markiert für sie einen Wechsel von der Nebendarstellerin zur Serienhauptfigur. Anders als bei ihren früheren Gastrollen begleitet sie eine Figur damit über eine komplette Staffel hinweg statt nur über eine einzelne Episode.
Auch abseits von "Mandat für Mai" bleibt sie aktiv. Für den Streamingdienst Netflix wirkte sie an der Serie "Achtsam Morden" mit, zudem war sie im ZDF-Krimi "Marie Brand und das pure Gift" zu sehen. Diese Kombination aus Vorabendserie, Streaming-Produktion und klassischem Fernsehkrimi zeigt, wie breit sie sich inzwischen im deutschen Serienmarkt aufgestellt hat.
Leben abseits der Kamera
2022 wurde Julia Hartmann Mutter eines Sohnes, worüber unter anderem die Zeitschrift GALA berichtete. Sie lebt in Nordrhein-Westfalen und beschreibt sich selbst auf Instagram unter anderem als Entertainerin, Mutter, Feministin und Pazifistin, Begriffe, die zeigen, wie sehr sie ihre öffentliche Rolle auch politisch versteht.
Diese Offenheit zieht sich durch ihre gesamte Social-Media-Präsenz. Statt sich auf Ausschnitte aus Dreharbeiten zu beschränken, äußert sie sich dort regelmäßig zu gesellschaftlichen Themen und positioniert sich damit deutlicher als viele Kolleginnen aus derselben Generation deutscher Fernsehschauspielerinnen.
Häufige Fragen zu Julia Hartmann
Wer ist Julia Hartmann?
Julia Hartmann ist eine deutsche Theater-, Kino- und TV-Schauspielerin, die 1985 in Ost-Berlin geboren wurde. Bekannt wurde sie durch Kinokomödien wie "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft" und spielt seit 2024 die Hauptrolle in der ZDF-Serie "Mandat für Mai".
Wo hat Julia Hartmann Theater gespielt?
Von 2007 bis 2010 gehörte sie zum Ensemble des Wiener Burgtheaters, wo sie unter anderem die Julia in Shakespeares "Romeo und Julia" verkörperte. Zuvor und parallel dazu stand sie auch am Schauspielhaus Bochum auf der Bühne.
In welchen Filmen und Serien war Julia Hartmann zu sehen?
Zu ihren bekanntesten Rollen zählen die Komödien "3faltig", "Schlussmacher" und die "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft"-Reihe sowie TV-Auftritte in "Tatort", "Wilsberg" und "Der letzte Bulle".
Welche Rolle spielt Julia Hartmann in "Mandat für Mai"?
Sie spielt seit 2024 die Anwältin Mai in der gleichnamigen ZDF-Serie, ihre bislang größte durchgehende Hauptrolle im deutschen Fernsehen.