Die Jütro Tiefkühlkost GmbH & Co. KG ruft tiefgefrorene EDEKA Bio Wildheidelbeeren zurück, die bundesweit bei EDEKA und Marktkauf im Sortiment waren. Nach Angaben des Herstellers lässt sich nicht ausschließen, dass einzelne Packungen Salmonellen enthalten. Die Mitteilung datiert vom 27. August 2026.
Was auf der Packung stehen muss
Der Rückruf hängt an einer einzigen Angabe, dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Vier Daten sind betroffen, alle liegen im Juni 2028:
- 13.06.2028
- 14.06.2028
- 23.06.2028
- 24.06.2028
Es geht ausschließlich um die 300-Gramm-Packung. Steht auf der eigenen Packung ein anderes Datum, ist sie nicht Teil des Rückrufs. Wildheidelbeeren laufen im Handel auch unter der Bezeichnung Blaubeeren, gemeint ist beides Mal dieselbe Frucht.
Kälte stoppt Salmonellen nicht, Hitze schon
Tiefkühlen hält Lebensmittel haltbar, keimfrei macht es sie nicht. Salmonellen vermehren sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts zwischen 10 und 47 Grad Celsius, durch Einfrieren werden sie nicht abgetötet. Sie überdauern damit die gesamte Haltbarkeit der Packung, im vorliegenden Fall bis Juni 2028.
Zuverlässig unschädlich macht sie erst Hitze. Das RKI nennt Temperaturen über 70 Grad Celsius und eine Garzeit von mindestens zehn Minuten. Beeren, die roh gegessen werden, erreichen diese Temperatur nicht. Der Hersteller rät vom Verzehr der betroffenen Packungen ohnehin ab, unabhängig von der Zubereitung.
Beschwerden setzen nach Stunden ein
Nach der Aufnahme der Erreger dauert es dem RKI zufolge 6 bis 72 Stunden bis zu den ersten Beschwerden, meist 12 bis 36 Stunden. Typisch ist Durchfall, der plötzlich einsetzt, dazu Kopf- und Bauchschmerzen, Unwohlsein und mitunter Erbrechen. Leichtes Fieber kommt häufig hinzu, und die Beschwerden ziehen sich oft über mehrere Tage.
Wie viele Keime dafür nötig sind, schwankt erheblich. Das RKI beziffert die Infektionsdosis bei Erwachsenen auf 10.000 bis eine Million Keime, bei fettreichen Lebensmitteln und geschwächtem Immunsystem können dagegen weniger als 100 Keime reichen. Zu den besonders gefährdeten Gruppen zählen Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit Immundefekten.
Kritisch wird vor allem der Flüssigkeitsverlust. Bei Kleinkindern und älteren Erwachsenen kann die Dehydrierung dem RKI zufolge stark ausgeprägt sein. Schwere Verläufe mit Komplikationen wie Gelenkentzündungen, einer Entzündung der Gallenblase oder einer Lungenentzündung nennt das Institut insbesondere für Menschen über 60 Jahre. Die Letalität gibt das RKI mit unter 0,1 Prozent an, betroffen sind vornehmlich ältere und abwehrgeschwächte Personen.
Der Hersteller empfiehlt, bei entsprechenden Symptomen nach dem Verzehr ärztliche Hilfe zu suchen und den Verdacht auf Salmonellen anzusprechen. Nach dem Abklingen bleibt die Ansteckungsgefahr bestehen, denn Erkrankte scheiden die Erreger laut RKI im Schnitt noch einen Monat lang aus, Kinder unter fünf Jahren sieben Wochen und länger.
Wie die Erstattung im Markt funktioniert
Betroffene Packungen können in die Filiale zurückgebracht werden, der Kaufpreis wird erstattet. Ein Kassenbon ist dafür nicht erforderlich. Für Rückfragen nennt Jütro die Adresse Kundenservice@juetro-tkk.de.
Was der Hersteller noch nicht mitgeteilt hat
Eine Chargennummer nennt der Hersteller nicht, der Abgleich läuft allein über das Mindesthaltbarkeitsdatum. Offen bleibt auch, wie viele Packungen in den Handel gelangt sind. Ob es bereits Erkrankungen gibt, die sich auf das Produkt zurückführen lassen, geht aus der Mitteilung ebenfalls nicht hervor. Auf lebensmittelwarnung.de, dem Warnportal von Bund und Ländern, stand die Meldung am Abend des 27. August noch nicht.
Für Jütro ist es der dritte Rückruf tiefgefrorener Beeren seit Ende Juli. Damals ging es um Bio-Beerenmischungen bei Aldi, Lidl und Netto, nachgewiesen wurden dort Noroviren. Ein Zusammenhang mit dem aktuellen Fall ist nicht bekannt, die Erreger sind verschieden. Kontaminierte pflanzliche Lebensmittel führt das RKI neben rohem Fleisch und unzureichend erhitzten Eiern als Infektionsquelle für Salmonellen.


